Quellen

Quellen, Kraftstoff, LieferantenBaumpilz

1. Schwarzwaldluft, insbesondere rund um Freiburg, schwer zu fotogafieren, da scheu und flüchtig, heute selten erhältlich, aber wir wissen sie per Kescher fix einzufangen, insbesondere den Höllentäler, einen Wind, der im Sommer von den Bergen fällt, durchs Höllental saust und die ganze Stadt durchbläst. Er sorgt für klare Luft und Erfrischung. In urige Jutebeutel gesteckt lagert er in der Kühltruhe zum baldigen "Verzehr".  

 

2. Pflanzen, Gewächse, Früchte, Steine uvm. aus dem Schwarzwald, also Holz, Moos, Glückskiesel aus den Bächen (andere gucken wir gar nicht an), Fichtennadeln, Tannengrün, Kastanien, Eicheln, Baumpilze wie hier. Vorsichtshalber nur die, denn manche dieser Gewächse schmort man nur einmal im Leben .... Hätte jemand Rezepte? Warum "Gewächse"? Nun, die Wissenschaft führt sie neuerdings neben Pflanzen und Tieren als eigene Kategorie. Da kommt keiner mehr mit. 

 

3. Bad Dürrheimer Mineralwasser "kostbar still", Bio-Marke der Bad Dürrheimer Mineralwasser (Wittmansthaler) Mineralwasser
Die dortigen Werbepoeten haben sich viel Mühe gegeben, alles Gute kurz und knapp zusammenzupacken, denn Platz ist auf den Fläschle rar: "Kostbar Still" tauften sie das Wässerle.
Sie stammen aus den Eiszeiten; rund zwanzig oder dreißigtausend Jahre sind unsere "Mineralwässer" alt - dennoch prangt ein Haltbarkeitsdatum auf den Etiketten. Nochmal 20.000 dazu? Ähnlich bei Salz, Millionen Jahre alt. Übrigens: Gibt es Trinkwasser ohne Mineralien, ohne Salze? 

 

4. Tannenzäpfle, Pilz der Rothaus Brauerei 

Rothaus sitzt auf tausend Meter Höhe nahe dem Schluchsee und hatte sich dort einst wegen der klaren Bäche, der vielen Quellen im Granitgestein, der Versorgung mit Brennstoff und der freundlichen Wichtel niedergelassen. 
Bier war zuvor eher ein bürgerliches Getränk gewesen - Wein war selten und Luxus - aber mittels Verbesserungen im Brauwesen für alle erschwinglich geworden. Es war überall, zusammen mit dem "Korn", denn ohne waren die Verhältnisse in den Fabriken, an den Maschinen, in den Bergwerken kaum erträglich - befanden viele.  Tannenzäple
Auch die armen Kerle auf dem Kutscherbock - die Kälte, die Hitze, die Nässe, der Wind, die Einsamkeit ...
Trost spendete die "Kutscherlage", auch als "Herrenlage" bezeichnet - Bier mit Korn(-schnaps) oder dem "Kartoffelbrand", letzterer heute mit Kümmel und zumindest sprachlich veredelt zu Aquavit, also "Lebenswasser" oder Wodka, beides in der Herstellung billigster Fusel. Als "Feuerwasser" benannten die Indianer die ihnen fremde Droge - die ihr Ende besiegelte. 
Mit dem Bierle nebenan halten wir dagegen.

So zwanzig, dreißig Kilometer konnten sie zurücklegen, dann hieß es Ausspannen und Rasten, ein Bierle musste her. Grundstein für das Kneipen- und Beherbergungswesen und bei Besuch vieler Kutscher ein Dörfle. Bei einer guten Brauerei vor Ort einem Städle eben. Ein Blick auf die Landkarte enthüllt die Siedlungsgeschichte, die am Pferd hing: Freiburg, Emmendingen, Lahr, Offenburg ...  

 

5. Urtrunk, ungefilteres Bier der Ganter Brauerei Freiburg. Es gibt noch Hausbrauereien, aber Ganter ist die einzig große in der Stadt. Zu Hochzeiten war sie der größte Wasserverbraucher mit der Rodiaceta (Filter-Tow, Zigarettenfilter), was den Wasserspiel um 6 ?, 12 m ? in der Stadt hatte sinken lassen. Das war einst in der Badischen Zeitung zu lesen, aber das Internet weiß es nicht (mehr). Tannenzäple
Ganter braut auch ein ausgezeichnetes, markant hopfiges Pilz. Der Hopfen stammt aus eigenem Anbau im Dreisamtal. Viele Brauereien sparen daran, denn er ist teuer und mischen ihr Bier mit Hopfenextrakt oder verwenden sogar nur Letzteres. Igitt! Also - Bier - erster Blick aufs Etikett: Watt is drinne? 
Dort waren auch die Belgier (Brauereipferde) untergestellt, die bis zur Coronazeit noch in der Innenstadt Bier ausfuhren. Die Kosten lagen bei 30.000 € im Jahr. 

Das muß man sich mal vorstellen: Ganter war die einzige Brauerei in Deutschland, die regelmäßg die Lokale in der Stadt bediente. Ende einer ganzen Epoche, landes- und wahrscheinlich europaweit. Rund 5400 Jahr alt sind die weltältesten Wagenspuren, die man eher im Fruchtbaren Halbmond oder China vermutet hätte, aber in der Flintbeker Sichel bei Kiel fand. Daranhängend unsere ganze Kultur. Gezogenen wurden die Karren wahrscheinlich von Rindern. Was wäre Europa ohne Zugtiere, ohne Pferde? Kontinente ohne arbeitende Großtiere, wie die Amerikas, Afrika, Australien u.a. Regionen, waren in ihrer Entwicklung steckenblieben. Die Indianer hatten bei Ankunft der Europäer grade die Steinzeit überwunden. Pferdeschlachthof Paris

Warum? Nun, weil Mathe als Treibstoff aller Entwicklung, der z.B. in Europa oder Asien allmählich die ganzen Gesellschaften durchzog, mangels arbeitender Großtiere unbekannt war. Ohne "intellegentia", Einsicht, Erkenntnisvermögen in Naturgesetze, der Erzwingung von Ratio und mehr, keine Entwicklung. "Natürlich" ist Mathe, das verhassteste Schulfach, natürlich nicht. Von Natur aus blieben wir lieber infantile, hysterische Hin- und Herhopser, wie noch in vielen Ländern zu erleben und wo nichts funktioniert, statt hölzener Zwangscharakter, zu denen wir uns entwickelt haben. Ein Blick auf die Landkarte verrät die Wahrheit. Die Trumpschen "Shithole Countries" sind leicht auszumachen - da hatte er mal recht. Warum? Hier Näheres und hier auch. "Matheberufe", gradliniges Denken, Technik, Ingenieurwesen, Computerei, Banken usw. bedeutet Herrschaftswissen. Grade auch das Handwerk ist betroffen. Per KI entmachten wir uns und verblöden. Voilà.
Die Pferde waren natürlich auch ideale Werbeträger für die Brauerei und auch eine Touristenattraktion gewesen. Geblieben sind hierzulande nur noch Bierwagen bei Festen, also als museale, folkloristische Konserve. 

Sechs Belgier zogen die Bierwagen lange Zeit. Die letzten beiden entschwanden in die Schweiz, was zunächst verdächtig klang, denn die dortigen Eingeboren sind Liebhaber von Pferdefleisch, während in Frankreich die "Chevalines" mit diesen Delikatessen stark abgenommen haben. Pferdeschlachthof Paris
Die Sache klärte sich dann auf, alles in Ordnung, nur wurde ein Ross versehentlich umgetauft, denn es langte mit einem Halfter eines verstorbenen Kollegen an, dessen Name darauf stand. Da man es zwar falsch, aber lieb ansprach, reagierte es freundlich und trug fortan den Namen des Verflossenen. Es ist gut möglich, dass wir das Ross kennen, denn als Fohlen standen die Bierrösser oben am Schauinsland auf dem Haldenhof, wo auch unser Araberfohlen weidete. 
Übrigens, dieser "Adler" auf dem Ganter-Etikett ist ein gefährlich-zischender Ganter ... Er zupft an Rock und Hosenbein. Wer hätt´s gedacht? 
Foto: Pferdeschlachthof, rue de Vaugirad, Paris, bis 1979 in Betrieb

 

6. Brunnenwasser aus dem Freiburger Raum: Stephanienbrunnen, Brunnen im Sternwald, Jägerbrünnle mit Abbildung hier. 
Selbst "gezapft" und in Fläschchen abgefüllt. Natürlich nur zum Angucken oder Blumengießen, als Beigabe. Ansonsten droht die Abmahnindustrie. Auch gut bei der Taufe, dem Blumenkasten und als starkes Werkzeug für Hexen und Zauberer.Jägerbrunnen

Abgebildet sind unsere "Zwischenlager", zwei Bierkrüge feindlicher Hausbrauereien, Martinsbräu am Martinstor, sehr gute Gerichte auch, sowie Feierling mit seinem Biergarten am Augustinerplatz, mit einem unglaublichen Radau, wenn die Tische gut besetzt sind. Noch kam kein Beschwerdeanruf ...
Auch Ganter unterhält einen Biergaren gleich am Dreisamuferweg bei der Brauerei. Alle gute Adressen für Besucher der Stadt sowie die Eingeborenen natürlich. 

Links neben dem Trog erinnert ein Gedenkstein an ein kleines Gemetzel während der Revolution von 1848, angeführt von Gustav Struve, wie Friedrich Hecker einer der führenden Köpfe der Badischen Revolution.